Ich sehe die Menschen rechts und links ihre Kreise ziehen, scharf geschliffene Kufen auf dünnem Eis, das Wasser darunter ist pechschwarz und verschluckt alles Licht. Ein schwarzes Loch, ein Mahlstrom der unaufhörlich zieht und zerrt an den Eiskunstläufern die Pirouetten schlagen, die Nase hoch getragen im Wind, wohl wissend dass die Halt bietende Eisschicht nur wenige Zentimeter dick ist. Das Gefühl von Sicherheit ist trügerisch und Kontrolle ist der Haken an dem du hängst, der dich unaufhörlich in die Tiefe zieht. Es ist ein schönes Bild, schlanke, zierliche Menschen die lächelnd den Tag auf dem Eis genießen, fast hört man einen langsamen Walzer im Hintergrund spielen. Aber dieses Bild ist nur schön von weitem zu betrachten, bei näherem Hinsehen zerfällt die Idylle. Die Menschen sind dürr, sie zittern, denn ihnen fehlt die menschliche Wärme. Ein jeder gleitet für sich allein. Die lächelnden Gesichter auf den ersten Blick, sind der Versuch eine unmögliche Fassade zu errichten, um die schmerzerfüllten Fratzen, zu einer ausdruckslosen Grimasse des ewigen Schmerzes verzogen, zu verbergen. Während die Kälte und die immerwährende Einsamkeit jegliche Freude entzieht, erzeugen die Kufen auf dem Eis eine Kakophonie des Schreckens. Und jedes Mal wenn wieder ein allein gelassenes Kind die Balance verliert und einbricht, verschwindet in der immerwährenden Dunkelheit, ja dann herrscht kurz Stille. Aber nur für einen Wimpernschlag, und du nimmst Abstand, du sammelst dich, du holst tief Luft, und dann betrachtest du diese schöne Winteridylle, wie diese perfekten Menschen lächelnd ihre Kreise ziehen.
